Facharbeit Buse
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Die Methoden und Ergebnisse der Forensischen Entomologie
Fach : Biologie Verfasserin : Buse – Zeynep Cavusoglu Betreuungslehrer : Herr Grote Abgabetermin : 28.02.2007 Kurs : Biologie LK Schule : Staatlich Anerkannte Ursulinengymnasium Stadt : Werl
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1. Einleitung
In der heutigen Gesellschaft stellen wir uns häufig die Frage, ob der Tod das Ende des Lebens ist. Biologisch betrachtet, stellt der Tod nicht das Ende dar. Der leblose Körper dient Arthropoden und weiteren Organismen als Nahrungsmittel und als Ort der Fortpflanzung für die nächste Generation. Diese Tatsache nutzt die Forensische Entomologie. Denn wenn jemand tot aufgefunden wird, wird immer wieder nicht nur die Frage nach der Todesursache, sondern auch nach dem Todeszeitpunkt und dem Todesort aufgeworfen. Mit diesen Themen beschäftigt sich auch die Kriminalbiologie. Die drei bekanntesten kriminalbiologischen Techniken sind die Untersuchung der Leicheninsekten (Forensische Entomologie), die Untersuchung von Blutspuren (bloodstain pattern analysis, blood spatter analysis) und das Erstellen und Analysieren genetischer Fingerabdrücke (Desoxyribonukleinsäure/DNA-Typisierung). Durch diese Methoden kann man komplizierte Kriminalfälle lösen.
Da es eine Vielzahl an Informationen zu dem Thema Forensische Entomologie sowohl im Internet, als auch in Büchern gibt, beziehe ich mich in meiner Facharbeit auf die für mich wichtigsten Elemente. Zum besseren Verständnis kontaktierte ich den Entomologen Dr. Mark Benecke, der mir den Rat gab, meine Ausarbeitung anhand eines Versuches zu belegen. Darüber hinaus gab er mir eine Vielzahl von Literaturhinweisen, welche ich für die Facharbeit hinzuzog.
In meiner Facharbeit möchte ich unter anderem auf oben genannte Fragen eingehen, die von der Forensischen Entomologie geklärt werden können.
2. Fallbeispiel
Als eine alte Frau im Sommer tot aufgefunden wurde, fanden die Polizisten nach kriminalistischer Untersuchung keine Ursache für ihren Tod. Es gab kein Blut an der Frau zu sehen, welches daraufhin gedeutet hätte, dass sie durch Fremdeinfluss gestorben ist. Auffallend war, dass der Genitalbereich stark zersetzt war. Um bessere Ergebnisse zu erzielen, riefen die Polizisten einen forensischen Entomologen hinzu. Nach einer genauen Untersuchung stellte der Entomologe folgende Ergebnisse fest: Die Leiche war ausgetrocknet, der Oberkörper und die Augen waren nicht beschädigt. Nur an dem Unterkörper, an den Beinen und im Genitalbereich war die Leiche durch die Arthropoden zersetzt. Es stellte sich heraus, dass schwarze Stallfliegen, die ihre Eier in den Urin und Kot ablegen, für diese Zersetzung verantwortlich sein könnten. Untersuchungen stellten heraus, dass die verstorbene Frau eine Pflegerin hatte, da die Frau zwei Jahre zuvor einen Schlaganfall erlitten hatte. Sie konnte ohne fremde Hilfe nicht auf die Toilette gehen. Weil die Pflegerin ihre Pflichten vernachlässigte, musste sie ihren Urin und Stuhlgang im Bett ausscheiden. Aufgrund der fehlenden Hilfe erlag sie dem Hungertod.
3. Definition der „ Forensischen Entomologie“
Ein wichtiger Bereich der Rechtsmedizin ist die „Forensische Entomologie“. Der Terminus setzt sich aus dem Lateinischen und aus dem Griechischen zusammen. „Forensisch“ bedeutet „gerichtlich“ beziehungsweise „gerichtsmedizinisch“ und „Entomologie“ bedeutet „Insektenkunde“ und „Gliedertierkunde“ [2]. Insgesamt bedeutet es also gerichtsmedizinische, kriminalistische Insektenkunde.
Mit Hilfe der Forensischen Entomologie lassen sich rechtsmedizinische und kriminalistische Probleme lösen. Aus der Besiedelung eines Leichnams durch verschiedene Arthropoden (Insekten, Spinnen, Krebse), ihren Entwicklungsstadien und dem Zersetzungsgrad lassen sich der Todeszeitpunkt, die Leichenliegezeit (post mortem interval [PMI]) und eventuell die Todesursache bestimmen. In diesem Teilgebiet der Wissenschaft arbeiten Biologen, Rechtsmediziner, Polizeibeamte, Meteorologen und Juristen zusammen.
