2009-05-31 Freie Presse: Auch bei Gulasch gibt es Leichenstarre

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Quelle: Freie Presse, Freiberger Zeitung, Pfingsten 2009, Seite 14

Auch bei Gulasch gibt es eine Leichenstarre

Kriminalbiologe Mark Benecke zu Gast im „Tivoli“ – Er ist der „Herr der Maden“

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VON HANNAH METZGER

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Freiberg. Ein bisschen verrückt ist er schon, Mark Benecke. Aber wie sollte es auch anders sein, wenn sich jemand den ganzen Tag über mit Blut, Fasern, Haaren, Sperma, Kot, Urin und Insekten beschäftigt. Und nur das tut er, der Kriminalbiologe Benecke, der am Donnerstagabend im Freiberger „Tivoli“ über seine Fälle sprach.

Genauer gesagt über einen Fall. Und über sich. Und über Insekten auf Leichen. Mit Höchstgeschwindigkeit raste Benecke mit seinem Diavortrag durch die ganze Welt der Kriminalbiologie. Immer ganz knapp an der Grenze zum Ekelerregenden. Der „Herr der Maden“ zeigte sich direkt, ohne Umschweife – auch wenn es manchmal schwerfiel, dem Schnellsprecher vom „bebluteten Täter“ über das „monochromatische Licht“ bis hin zu dem „verspurten Tatort“ zu folgen. Doch wie sollte es auch anders sein: „Ich lebe in einer Welt, in der die meisten Dinge kleiner sind als ein Streichholzkopf – und das kann man nicht unbedingt mit einer normalen Welt vergleichen“, erklärte er den Zuhörern im beinahe voll besetzten „Tivoli“.

Normal war an diesem Abend wenig – denn wer macht sich üblicherweise schon Gedanken darüber, ob es Leichengift gibt oder nicht? Mark Benecke beschäftigte sich mit der Frage: „Es gibt kein Leichengift, kann es gar nicht geben. Denn sonst dürften Sie ja keine Leichen essen. Und schließlich ist jedes Fleisch eine Leiche – ja, auch bei Gulasch gibt es eine Leichenstarre.“ Jedes Ekelgefühl, dass sich im Publikum bei dieser Vorstellung regen mochte, wurde von Mark Benecke im Keim erstickt. Bei dieser Arbeit gebe es keinen Ekel. Die Leiche sei ausschließlich Spurenträger – dahinter ist nichts. Einer der Grundsätze des Kriminalbiologen: „Denken ist böse, es ist totaler Murks. Das einzige, was es gibt, sind die Spuren. Vertraue nie Menschen. Menschen interessieren mich gar nicht. Mich interessieren nur Spuren. Nur Blut, Fasern, Haare, Sperma, Kot, Urin und Insekten.“ Seltsam, bei jemandem, der hilft, Verbrechen aufzuklären? Das sah Mark Benecke nicht so. „Wenn ich mit den Angehörigen spreche und mir das tatsächlich aneigne, dann kann ich doch die Leiche nicht richtig untersuchen – dafür gibt es Psychologen, Priester, Ermittler, Sozialarbeiter.“ Und trotzdem ist Mark Benecke Vegetarier.


Mark Benecke, Ph.D., Certified & Sworn In Forensic Biologist, International Forensic Research & Consulting, Postfach 250411, 50520 Cologne, Germany; E-Mail: forensic@benecke.com, www.benecke.com, Emergency Text / SMS for crime cases only +49-173-287-3136. Absolutely no social networks & newsletters. Never send .doc, .ppt, .xml -- .rtf and .pdf only. Tx!