2008-10-10 Achimer Kreisblatt: Blutspuren faszinieren ihn

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Quelle: Achimer Kreisblatt, Lokalteil, 10. Okt. 2008, Seite 3


Blutspuren faszinieren ihn

Kriminalbiologe und Buchautor Mark Benecke überzeugte im Kasch

[Fotos des Abends] [Artikel aus dem Achimer Kurier] [Weitere Vorträge]

ACHIM (häg) Für Mark Benecke wird das berufliche Leben so richtig interessant, wenn es den Hergang und Zeitpunkt eines Todes zu bestimmen gilt. Vornehmlich von Opfern eines Gewaltverbrechens.

Benecke ist Molekularbiologe und Forensiker und mithin häufig zur Stelle, wenn das Dunkel einer Bluttat mit Todesfolge erhellt werden soll. Der Wissenschaftler hilft mit seiner Arbeit der Polizei auf die Spur. Am Mittwochabend war Benecke auf Einladung der Stadtbibliothek zu Gast im Kasch, um sprachgewandt und in diesem Fall religionsfern die Annahme [[2007-04-28 Rotenburger Rundschau online: Der Tod ist nicht das Ende|"Der Tod ist nicht das Ende"[[ zu belegen. Merke: Nach dem irdischen Dasein kommen Käfer, Polizei und der Kriminalbiologe.

So präpariert fiel die Themenwahl - Hitlers Schädel und Zähne, Alien-Autopsie, Bio-Tonne mit Leiche, genetische Fingerabdrücke, Body-Farm - gar nicht leicht. Nach Abstimmung im Publikum machte schließlich "Blutspuren Würzburg - sechs Jahre später" das Rennen.

Bevor es aber in die Details ging, noch mal schnell das Berufsbild des Kriminalbiologen zurechtgerückt: "Kein Glamour", versichert Praktiker Benecke und offenbart dann seine Qualitäten als Entertainer, die mindestens so beeindruckend sind wie seine wissenschaftlichen.

Der Kölsche Jung ist witzig, eloquent, originell und immer in der Lage, das Grauen zu abstrahieren. Und er spricht so schnell wie kein Serienkiller morden könnte.

Gekleidet ist Benecke ganz in schwarz. Sein Handwerkszeug, darunter eine Art Schlüsselbund, das jedem Hausmeister einer Gesamtschule zur Ehre gereichen würde, ist am Hosengürtel befestigt: "Sieht bescheuert aus, macht die Arbeit aber leichter."

Was nur ist an diesem Abend im Blauen Saal des Kasch aufzudecken? Ohnehin kokettiert Mark Benecke ständig mit seiner vermeintlichen Schrulligkeit ("Ich rede lieber mit meinen Spuren als mit Menschen") und seiner Weltferne ("Bankenkrise? Habe ich nicht mitgekriegt, interessiert mich auch nicht").

Die "Blutspuren Würzburg" sind akribisch dokumentiert. Der Kriminalbiologe, der immer eine digitale Knipse bei sich trägt und damit auch den ganz normalen Wahnsinn des täglichen Lebens und dessen Doppeldeutigkeit und Doppelbödigkeit in Bildern festhält, zeigt in einer aufwendigen Diashow Fotos vom Tatort und damit die vielen Ungereimtheiten, die im Mordprozess unberücksichtigt geblieben waren.

Schlecht für die Tochter des Opfers, die nach Ansicht des Gerichts ihre Mutter mit 60 Messerstichen umgebracht haben soll. Dafür gab es lebenslang. Doch dann kommt Spürnase Mark Benecke und bricht mit seinen Erkenntnissen die Urteilsprosa auseinander und pulverisiert die Mordgeschichte. Ob es hilft?

Man wird sehen. Vermutlich bei einem Privatsender.


Mark Benecke, Ph.D., Certified & Sworn In Forensic Biologist, International Forensic Research & Consulting, Postfach 250411, 50520 Cologne, Germany; E-Mail: forensic@benecke.com, www.benecke.com, Emergency Text / SMS for crime cases only +49-173-287-3136. Absolutely no social networks & newsletters. Never send .doc, .ppt, .xml -- .rtf and .pdf only. Tx!