2002-12-29 Süddeutsche Zeitung: Profil: Den Tod ins Leben integriert
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Quelle: Süddeutsche Zeitung
Nr. 293/2002,
19. Dezember 2002, NRW-Teil, Seite 34
Profil: Den Tod ins Leben integriert
Der Kölner Kriminalbiologe Mark Benecke untersucht Hitlers Schädel
[All About Hitler’s Skull & Teeth] [Berliner Zeitung: Hitlers Schädel] [Express: Kölner Forscher untersuchte Hitlers Schädel] [dpa: Kölner Kriminalbiologe untersucht Hitlers Selbstmord] [Express: Muss Hitlers Schwester exhumiert werden?] [tz: Quincy von Köln will Hitlers Tod klären] [Lausitzer Zeitung: Der "Maden-Doktor und Hitlers Schädel"] [Sero News: Hitlers Schädel und Zähne] [Express: Neu aufgerollt: Der Fall Hitler] [Tagesanzeiger: Von Leichen und Hitlers Schädel] [Galore: Er untersuchte Hitlers Schädel...] [Das bazkulturmagazin über Maden und Hitlerschädel] [Reply to the article "Flirting with Hitler" in The Guardian (UK)] [Sunday Express: Discovering the truth, the whole tooth about Hitler's Death] [Bizarre Magazine: Identification of Hitler's Skull and Teeth] [Annals of Improbable Research: Hitler´s Skull & Teeth] [National Geographic TV: The Identification of Hitler´s Head (Hitler´s Skull & Teeth)] [El Espectador: Lo que encontré en el cráneo de Hitler] [Picture of Adolf Hitler's Teeth] [Bild: Dr. Made soll Hitlers Kopf identifizieren] [Express Er klärte Hitlers Tod]Von Annette Zellner
Die meisten Menschen würden sich eher arbeitslos melden als auch
nur einen Tag den Job von Mark Benecke zu übernehmen.
Der Kölner Kriminalbiologe untersucht Käfer
und Maden, die sich in verfaulten Leichen eingenistet haben. So stellt
der 32-Jährige Todeszeit und Fundort fest. Er analysiert dafür
auch Blutspuren und Fingerabdrücke. Bekannt wurde Benecke 1997, als
er mit einem Kollegen den Pastor Klaus Geyer des
Mordes an dessen Frau überführte. Er ermittelte eine Todeszeit,
für die Geyer kein Alibi hatte. Nun hat er sich die mutmaßlichen
Überreste Adolf Hitlers vorgenommen.
Spätestens seit seiner Arbeit im Fall Monika
Weimar ist der junge Wissenschaftler international anerkannt. Nun flog er
nach Moskau, um, wie der Kölner
Express titelte, „das letzte Geheimnis des Diktators" zu lüften.
Dahinter steht die bis heute nicht geklärte Frage: Hat sich Hitler
im Führerbunker vergiftet oder erschossen? In Begeleitung eines Mark
Benecke. Fernsehteam von National Geographie untersucht Benecke
im Staats- und im KGB-Archiv Gebissteile und ein Stück Schädel Hitlers.
Bei den Zähnen, die in einer Zigarrenschachtel liegen, zeigt sich der Kriminalbiologe nach der Untersuchung sicher, dass sie echt sind. „Das kann ich mit al-tenRöntgenbildern beweisen." Nicht ganz so überzeugt ist er von dem Schädelstück. Dieses hat jedoch ein Schussloch, das laut Benecke darauf hinweist, dass eine Kugel oben aus dem Kopf ausgetreten ist - das würde auf Selbstmord hindeuten. Zugleich hat der 32-Jährige keine Giftspuren auf den Zähnen gefunden. Daraus nun eindeutig zu folgern, dass Hitler sich nicht vergiftet hat, hält Benecke für übertrieben. Er formuliert es diplomatisch: „Man kann nicht eindeutig widerlegen, dass er vergiftet worden ist." Warum ist die Frage der Todesart überhaupt so wichtig? Benecke glaubt an eine politische Strategie der Sowjets, die seinerzeit die Gifttheorie propagiert hatten, um zu suggerieren: Hitler war zu feige, den „mannhaften Offizierstod" durch Erschießen zu sterben.
Die Beschäftigung mit den makabren Überresten fand Benecke zwar interessant, doch eine andere Begegnung ergriff ihn weit mehr: Der Besuch von Lenins einbalsamierter Leiche sei einer der eindrucksvollsten Momente seines Lebens gewesen. „Als die Tür zum Mausoleum aufging, habe ich sofort die Konservierungsstoffe gerochen", sagt er. „Das war schon geil." Benecke verehrt den Präparator Lenins und durfte ihn auch kennen lernen.
Bei den Zähnen, die in einer Zigarrenschachtel liegen, zeigt sich der Kriminalbiologe nach der Untersuchung sicher, dass sie echt sind. „Das kann ich mit al-tenRöntgenbildern beweisen." Nicht ganz so überzeugt ist er von dem Schädelstück. Dieses hat jedoch ein Schussloch, das laut Benecke darauf hinweist, dass eine Kugel oben aus dem Kopf ausgetreten ist - das würde auf Selbstmord hindeuten. Zugleich hat der 32-Jährige keine Giftspuren auf den Zähnen gefunden. Daraus nun eindeutig zu folgern, dass Hitler sich nicht vergiftet hat, hält Benecke für übertrieben. Er formuliert es diplomatisch: „Man kann nicht eindeutig widerlegen, dass er vergiftet worden ist." Warum ist die Frage der Todesart überhaupt so wichtig? Benecke glaubt an eine politische Strategie der Sowjets, die seinerzeit die Gifttheorie propagiert hatten, um zu suggerieren: Hitler war zu feige, den „mannhaften Offizierstod" durch Erschießen zu sterben.
Die Beschäftigung mit den makabren Überresten fand Benecke zwar interessant, doch eine andere Begegnung ergriff ihn weit mehr: Der Besuch von Lenins einbalsamierter Leiche sei einer der eindrucksvollsten Momente seines Lebens gewesen. „Als die Tür zum Mausoleum aufging, habe ich sofort die Konservierungsstoffe gerochen", sagt er. „Das war schon geil." Benecke verehrt den Präparator Lenins und durfte ihn auch kennen lernen.
In Angelegenheiten dieser Art ist der junge Biologe
auf dem ganzen Erdball unterwegs. Er forschte in den USA und half in Kolumbien und Vietnam beim Aufbau von DNA-Labors. Bisweilen mag es gerne etwas schillernder.
So reiste er mit National Geographic TV ins rumänische Transsylvanien,
um eine Sendung über Vampire zu machen. Am Dienstagabend
hielt er in Zürich einen Vortrag über
Serienmörder. Mit ihnen beschäftigt
sich Benecke in seinem kürzlich erschienenen Buch „Mordmethoden". Für seinen wissenschaftlichen
Eifer hat ihn der Bund Deutscher Kriminalbeamten mit der Ehrenmarke ausgezeichnet.Die ständige Begegnung
mit dem Sterben ist für Benecke kein Problem. Er selbst hat den Tod in sein Leben integriert: „Er ist etwas Natürliches."
Mark Benecke, Ph.D., Certified & Sworn In Forensic Biologist, International Forensic Research & Consulting, Postfach 250411, 50520 Cologne, Germany; E-Mail: forensic@benecke.com, www.benecke.com, Emergency Text / SMS for crime cases only +49-173-287-3136. Absolutely no social networks & newsletters. Never send .doc, .ppt, .xml -- .rtf and .pdf only. Tx!
