2001-08-09 Express: Der Quincy von Köln

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Original erschienen in EXPRESS (Köln) vom 9. August 2001, S. 24

Der Quincy von Köln

von Tobias Morchner

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[Artikel-Serie über Mark Benecke in EXPRESS von Tobias Morchner & Christian Renz, 2.-8. Februar 2004]
Köln Tatort Südstadt, 20 Uhr 50. Kriminaloberkommissar Ulf Jockiel ist gerade mit dem Hubschrauber in Köln-Bonn gelandet, im Gepäck hat er eine Styroporkiste. Der Inhalt: Haare, Erdproben und Maden - alle auf Trockeneis gelagert. Die Beweisstücke stammen von einer Leiche, die vor einem Jahr in Greifswald (Mecklenburg-Vorpommern) gefunden wurden. Jokiel ist auf dem Weg zu Dr. Mark Benecke. Der Grund: Er ist der Einzige, der in diesem Mordfall helfen kann.

Dr. Mark Benecke ist Biologe. Sein Aufgabenbeereich: Blutspritzer und Spermaflecken. Vor allem aber: Fliegen und Maden auf Leichen. "Ich kann anhand der verschiedenen Insekten, die auf einer Leiche gefunden werden, genaue Aussagen über den Fundort der Leiche und die Liegezeit machen." Auch vermeintliche Täter lassen sich durch die kleinen Krabbeltierchen überführen. "Wenn die tote Ameise vom Schuh des Beklagten nur am Fundort der Leiche vorkommt, kann das vor Gericht verwendet werden."

Gelernt hat er sein Handwerk unter anderem in Manhattan. "Die USA sind ein absolutes Paradies für Kriminalbiologen. Bei dem geringsten Verdacht kann man sich die komplette Wohnungseinrichtung des Opfers kommen lassen." Inzwischen ist Benecke ein international gefragter Experte auf dem Gebiet der Kriminalbiologie. Er berät sogar das berühmte FBI. Aber auch Drehbuchautoren finden oft den Weg zu ihm. "Viele Hollywood-Filme gehen sehr schlampig mit der Darstellung von Toten um. Der Film "Seven" mit Brad Pitt hat mir dagegen sehr gut gefallen. Das war wenigstens mal authentisch."

Der Dr. Quincy von Köln. Jetzt wird er für seine ausgezeichnete Arbeit belohnt: Im September wird Benecke bei der IHK "öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger für Kriminalbiologie". Der erste dieser Art in Deutschland. Dann kann er das auch offiziell an seine Tür schreiben. "Im Moment bin ich froh, dass die Leute hier im Haus nicht so genau wissen, was ich eigentlich tue", grinst er. "Die meisten halten mich für einen Arzt. Und das ist auch gut so."

Auch im Mordfall Weimar mischte er mit

In seiner kurzen Karriere hat Dr. Mark Benecke (30) zur Klärung einiger berühmter Mordfälle beigetragen. Bereits 1996 war er insektenkundlicher Gutachter im Mordfall Monika Weimar. 1998 trug er mit einem Kollegen zur Aufdeckung des Mordfalls an der Ehefrau von Pastor Geyer bei. Er konnte nachweisen, dass eine bestimmte Ameisenart, die an den Schuhen des Pfarrers gefunden wurde, einzig und allein am Fundort der Leiche vorkommen konnte. Damit war der Pastor überführt.

Juli 2000 in Leizpig. Ein kleines Kind verhungert elendig in der eigenen Wohnung. Beneckes Gutachten überführt die Mutter Mandy Petrick.

Im März 2001 untersuchte er die Leiche im "Geisterhaus von Kalk" (der Express berichtete). An dem Toten war ein untypisches Fraßmuster von Insekten festgestellt worden. Dr. Quincy brachte auch Licht in diese Sache. Einen Monat später behandelte er die Müll-Leiche von Bonn. An ihr fand er Tausendfüssler, die für den Fundort außergewöhnlich waren. Das überführte den Täter.



Mark Benecke, Ph.D., Certified & Sworn In Forensic Biologist, International Forensic Research & Consulting, Postfach 250411, 50520 Cologne, Germany; E-Mail: forensic@benecke.com, www.benecke.com, Emergency Text / SMS for crime cases only +49-173-287-3136. Absolutely no social networks & newsletters. Never send .doc, .ppt, .xml -- .rtf and .pdf only. Tx!
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